Betreuung und Beratung im ersten Lebensjahr

Die Hebammenbegleitung dauert bei gestillten Kindern bis zum Ende des ersten Lebensjahres, ansonsten bis 9 Monate nach der Geburt.
In den ersten 10 Tagen sind tägliche Hausbesuche möglich, danach verabreden wir uns in den ersten 8 Wochen weiter in passenden Abständen. Telefonate sind immer möglich.
Neben der Beobachtung des Wochenbettverlaufs sind dies dann Themen:
Nähren, Stillen und/oder Fläschchen. Die Unterstützung der wachsende Eltern-Kind-Bindung, auch wenn es vorher Störungen gab.
Verarbeitung der Geburt für Mutter, Baby und Vater.
Erste Übungen zur Rückbildung, vor allem für Beckenboden und Bauch.
Nach den ersten 8 Wochen sind, wenn gewünscht, weitere Termine möglich. Da geht es um Fragen und Probleme bei der Ernährung: Stillen, Flaschenkost und Beikosteinführung.
Ankommen nach der Geburt
Ist ein Kind auf die Welt gekommen, muß es mit vielen Umstellungen klar kommen. Die Umgebung ist ganz anders als sie 9 Monate war. Es muss atmen, Nahrung aufnehmen, verdauen, die Temperatur regulieren....Der ganze Körper ist damit beschäftigt. Alles ist neu.
Wie schön, wenn es in dieser Zeit, besonders in den ersten 3 Monaten seines
Lebens, so oft wie nötig bei Mama und auch bei Papa wieder
auftanken kann. Es ist wie nach Hause kommen, denn da ist Vertrautes,
Nähe, Wärme, Herzschlag, Geruch...
Deshalb entwickelt sich der Mensch nach der Zeit im Bauch der Mutter am besten viel in körperlicher Nähe der Bindungspersonen, Mama und Papa; die Bindung wird immer stabiler. Sicher gebundene Kinder werden mit Sicherheit selbstständig.
Keine Angst vor Babytränen
Es kann aber auch sein, dass das Kleine nicht zur Ruhe kommt. Alles ist getan, es ist satt, die Windel ist neu, es liegt auf dem Arm. Und die betreuende Person, Mutter, Vater oder jemand anders ist ganz entspannt und bei sich. Dann kann es sein, dass das Baby innerlich mit verstörenden Erlebnissen beschäftigt ist.
Vielleicht gab es sehr stressige Zeiten in der Schwangerschaft, vielleicht war die Geburt lang und beschwerlich, vielleicht sogar ein Kaiserschnitt oder es gab eine Trennung von der Mutter.....
Dann braucht auch ein Neugeborenes eine Schulter, an der es sich anlehnen und auch mal ausweinen kann. Um dies halten und aushalten zu können kann Hilfe unterschiedlicher Art willkommen sein. Hilfe beim Einkaufen, Kochen, Putzen oder Seelische Unterstützung.
In diesen Situationen kann die Emotionelle Erste Hilfe, EEH, Unterstützung geben, dass Eltern und Kinder das Leben zusammen genießen können.